Beton Brandschutz

Viele Betonbauten wie Tiefgaragen und Untergeschosse in der Schweiz stammen aus den Jahren zwischen 1960 und 1990. Damals galten zum Teil andere Brandschutzanforderungen als heute. Besonders problematisch ist oft die zu geringe Armierungsüberdeckung. Häufig liegt diese unter 20 mm. Da immer mehr Lager- und Gewerbehallen umgenutzt werden zu Einstellhallen, Garagen oder Räumen mit Publikumsverkehr ändern sich spätestens dann die Anforderungen an den Brandschutz. Was viele nicht wissen: Eigentümer:innen stehen in der Pflicht den Brandschutz / Betonbrandschutz gemäss SIA zu gewährleisten, auch vor einer allfälligen Umnutzung oder Sanierung. Mit einer Betonbrandschutzbeschichtung kann die Ertüchtigung des Brandschutzes und der Farbanstrich in einem Arbeitsgang aufgetragen werden. In diesem Artikel gehen wir als Fachbetrieb genauer darauf ein.

Eine Tiefgarage mit Betonstützen und Betondecke die neu mit einem Brandschutzauftrag ertüchtigt wurde
Eine Tiefgarage nach der Brandschutzbeschichtung. Vorteil: Feuerwiderstand wird massiv erhöht und Betonstruktur bleibt erhalten.

Warum muss Beton brandsicher gemacht werden?

Beton ist druckfest, gerät aber unter Zugspannung schnell an seine Grenzen. Hier kommt die Betonarmierung ins Spiel: Stahlstäbe im Inneren absorbieren diese Zugkräfte. Erst das Zusammenspiel von Beton und Stahl garantiert, dass Decken und Säulen in Garagen oder Untergeschossen massiven Belastungen standhalten, ohne zu versagen. Diese Armierung (Stahlstäbe) im Beton müssen durch ausreichende Betonüberdeckung oder auch Armierungsüberdeckung genannt (20-50 mm je nach Vorgabe des Feuerwiderstandes ) vor Hitze geschützt werden. Falls der tatsächliche Abstand geringer ist als nach Gesetzt gefordert,  sind zusätzliche Brandschutzmassnahmen wie zum Beispiel eine Betonbrandschutzbeschichtung erforderlich.

Feuer Flammen
Bei einem Brand müssen tragende Bauteile, die wichtig für die Statik sind, möglichst lange dem Feuer standhalten.

Brandschutzverordnung: was gilt es zu beachten in Bezug auf Beton?

Häufig ist diese Armierungsüberdeckung durch ungenügendes Fachwissen, Baufehler oder auch Baumängel zu dünn. Gerade bei Betonbauten aus den 60er bis 90 Jahren. In solchen Fällen ist der Stahl direkter Hitze ausgesetzt, was die Statik des gesamten Gebäudes gefährden kann. Hier ist ein zusätzlicher baulicher Brandschutz gesetzlich vorgeschrieben und lebensnotwendig, um die geforderte Feuerwiderstandsklasse zu erreichen. Das Gesetz schreibt heute vor, dass die Feuerwiderstandsklasse von R60 bei Tiefgaragen (60 Minuten) durch eine ausreichende Betonüberdeckung oder spezielle Beschichtung sichergestellt werden muss.

Feuerwiderstand: Was bedeutet R30, R60 und R90?

In der Schweiz geben die Brandschutzvorschriften der VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen) genau vor, wie lange ein Bauteil einem Feuer standhalten muss, ohne seine Tragfähigkeit zu verlieren. Die Zahl hinter dem „R“ (für Résistance) steht dabei für die Minuten. Die Nutzung und vor allem die Höhe eines Gebäudes sind dabei entscheidend welcher Feuerwiderstand gemäss Gesetz vorgeschrieben ist:

  • R30 (30 Minuten) Keiner Gebäude und oberirdische Garagen
  • R60 (60 Minuten) Gilt für die meisten Tiefgaragen und ist Standard für mittlere Gebäude
  • R90 (90 Minuten) Grosse Objekte, Hochhäuser oder Tiefgaragen unter Wohnbauten
  • R120 (120 Minuten) Gilt vor allem bei wichtiger Infrastruktur wie Spitäler, Tunnel, spezielle Industriebauten etc.

Deckeneinsturz verhindern: das müssen Sie wissen

Ältere Betonbauten, gerade in Tiefgaragen, weisen vielfach eine zu geringe Betonüberdeckung auf und entsprechend nicht mehr den heutigen Brandschutzvorgaben. Dadurch droht der Einsturz von Betondecken mit ernsthaften Folgen auch für Rettungskräfte. Eigentümmer:innen stehen in der Pflicht, dass der Feuerwiderstand gewährleistet, ist nach Gesetz. Es lohnt sich deshalb Betondecken in Untergeschossen fachlich zu prüfen, spätestens vor einer Sanierung (z.bsp bei einem geplanten Neuanstrich).

Entscheidende Minuten gewinnen mit Betonbrandschutzbeschichtung

Beton gilt zwar als feuerbeständiges Baumaterial, kann jedoch bei hohen Temperaturen und längeren Expositionen gegenüber Feuer seine Stabilität verlieren. Denn bei sehr hohen Temperaturen verdampft die Feuchtigkeit im Material, der Druck steigt und der Beton kann abplatzen. Dadurch wird die Stahlarmierung freigelegt, erhitzt sich stark und verliert ihre Tragfähigkeit. Gerade in Tiefgaragen oder Lagerräumen, die teilweise sogar zu Wohnungen umgenutzt wurden, kann das im Brandfall sehr gefährlich werden. Denn wenn der Stahl weich wird, kann die Decke schneller einstürzen.

Eine Möglichkeit zur Ertüchtigung (Verbesserung der Feuerwiderstandsfähigkeit) ist die spezielle Brandschutzbeschichtung auf Beton. Sie dient dazu, die Ausbreitung von Feuer zu verlangsamen und die Temperatur des Betons zu reduzieren. Im Ereignisfall können so entscheidende Minuten gewonnen werden, um Leben zu retten, den Zugang der Feuerwehr zu gewährleisten und Sachschäden zu minimieren.

Der Effekt der Betonbrandschutzbeschichtung

Das VKF-zugelassene Brandschutzprodukt Hensotherm 820KS ® von Ferrotekt für Beton wird wie ein Anstrich auf den Beton aufgebracht. Im Brandfall reagiert sie bereits ab etwa 150 Grad Celsius und schützt die Betonarmierung vor den heissen Temperaturen.

  1. Beschichtung schäumt auf und bildet eine isolierende Kohlenstoffschaumschicht als Dämmschicht.
  2. Diese Schicht kann bis zum 25-fachen der ursprünglichen Schichtdicke anwachsen und wirkt wie ein Hitzeschild.
  3. Sie verhindert, dass die Hitze in den Beton eindringen kann.
  4. Sie stoppt die explosiven Abplatzungen.
  5. Hält die Temperatur am Armierungsstahl unter der kritischen Grenze.

Das Ergebnis: Die Tragfähigkeit des Betons bleibt deutlich länger erhalten!

Visualisierung einer Betondecke mit Grundierung / carbonsperre sowie dem aufgetragenen Brandschutz und der Deckbeschichtung. Bei einem Brand schäumt die Brandschutzbeschichtung auf.
Das Geheimnis der Brandschutzbeschichtung liegt in der Brandschutzbeschichtung, die auch eine Carbonsperre ist: Im Brandfall bildet sich eine gegen Hitze isolierende Schicht aus Kohlenstoffschaum.

Vorteile der Brandschutzbeschichtung auf Beton

  • Der Brandschutz sowie der Farbanstrich können in einem Arbeitsgang aufgetragen werden,
    somit absolut wirtschaftlich
  • Die Betonstruktur kann erhalten bleiben
  • Wasserbassierend, VOC-frei, Minergie Eco und Leed geprüft
  • Einfaches Handling, kann etappiert durchgeführt werden, dadurch sehr wirtschaftlich
  • Geringe Lärm-, Staub – und Geruchsemissionen
  • Dünnschichtig, dadurch keine Einbusse an der Raumhöhe
  • Statisch nicht belastend
  • Feuerwiderstandsklasse bis R120 (120 Minuten)

Wie wird die Betonbrandschutzbeschichtung aufgebracht?

Die Max Schweizer AG arbeitet bei Betonbrandschutzbeschichtung mit Hensotherm 820 KS ® von Ferrotekt. Die wasserbasierte Brandschutzbeschichtung wird profilfolgend aufgetragen und ist einsetzbar bei Sanierungen und Umnutzungen von Gebäuden, Tiefgaragen und Einstellhallen mit zu geringer Betonüberdeckung.

Die Verarbeitung erfolgt in folgenden Schritten:

  1. Reinigung Beton
  2. Abplatzungen in Stand setzen
  3. Grundierung mit Hensotherm Carbonsperre
  4. Auftrag der Brandschutzbeschichtung in definierter Schichtdicke (gemäss Gesetzesvorgaben)
  5. Farbliche Schutzbeschichtung als Deckschicht (Farbe frei wählbar nach RAL, NCS)

Während der Verarbeitung werden Schichtdicken und klimatische Bedingungen laufend sichergestellt. Nur so kann die geforderte Brandschutzklasse erreicht werden.

Hand eines Malers mit einer Spritzkanone beschichtet den Beton mit Brandschutzfarbe

Was kostet eine Betonbrandschutzbeschichtung?

Für eine Tiefgaragendecke liegen die Richtpreise bei etwa: 60 bis 75 CHF pro m² (bei rohem Beton ohne Altanstrich). Die Kosten hängen stark vom Zustand des Untergrunds und vom Umfang der Vorarbeiten ab. Wenn der Beton bereits einen Voranstrich hat, wird dieser mit einer Flammprobe geprüft. So kann entschieden werden, ob der Voranstrich entfernt werden muss. Für eine detaillierte Auskunft nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, wir kommen vorbei und erstellen Ihnen ein Angebot.

Als zertifizierte Partnerin berät Sie die Max Schweizer AG zu Betonbrandschutzbeschichtungen fachmännisch.

Fazit

Viele ältere Betonbauten vor allem Tiefgaragen erfüllen die heutigen Brandschutzanforderungen von 20 mm Armierungsdichte bei R60 nicht mehr vollständig. Mit modernen VKF zugelassenen Brandschutzbeschichtungen für Beton lässt sich die Feuerwiderstandsdauer gezielt erhöhen. Gerade bei Sanierungen oder Umnutzungen lohnt sich eine frühzeitige Prüfung, denn Eigentümer:innen stehen in der Pflicht den Brandschutz auch bei älteren Gebäuden gewährleisten zu können.

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